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Herr Peter Gyr von der Pädagoischen Hochschule in Luzern, der im Jahr rund 600 Autorenlesungen organisiert, "empfiehlt":

 

Tipps und Tricks für tolle Flops!

  1.  Informieren Sie als Kontaktperson Ihre Kollegin oder Ihren Kollegen erst am Vorabend, dass ein Autor oder eine Autorin die Klasse besucht. Der Überraschungseffekt ist garantiert. Der Überraschungseffekt kann noch gesteigert werden, wenn Sie überhaupt nicht informieren!
  2. Überraschen Sie den Autor/die Autorin am Morgen mit der Botschaft, dass statt der drei vorgesehenen Lesungen aus Kostengründen nur eine stattfindet. Sie versammeln die 1. bis 6. Klasse im Singzimmer und erwarten eine perfekte Dompteurleistung. Sie werden sehen, die Schüler finden das lustig und für die Leseförderung können Sie einen weiteren Flop verbuchen.
  3. Äußerst originell sind Schnitzeljagden. Sie verstecken sich im Schulzimmer und warten gespannt, ob der Autor/die Autorin Sie im richtigen Zimmer findet. Sie vermasseln die Schnitzeljagd, wenn Sie vorher mit dem Autor/der Autorin Kontakt aufnehmen.
  4. Offerieren Sie unter keinen Umständen ein Glas Wasser oder eine Tasse Kaffee, denn dadurch könnte der Autor/die Autorin unnötig nervös werden.
  5. Lernen Sie nie den Namen des Autors/der Autorin auswendig, sondern verblüffen Sie mit der folgenden Begrüßung vor versammelter Klasse: "Äh, wie ist Ihr Name?" oder " Von Ihnen habe ich noch nie etwas gelesen!"
  6. Beim Vorbereiten und Einrichten des Schulzimmers pochen Sie darauf, dass der Autor/die Autorin eine Aufbauverpflichtung hat.
  7. Sie können das Image Ihrer Schule langfristig festigen, indem Sie den Autor/die Autorin im Lehrerzimmer oder einfach am Gang stehen lassen.
  8. Als eine der erfolgreichsten Maßnahmen der Leseverhinderung hat sich besonders bewährt, wenn Sie mehr oder weniger versteckt zeigen, dass Sie selber mit Lesen und Literatur nichts am Hut haben. Hier einige bewährte Maßnahmen: Korrigieren Sie während der Lesung in der hintersten Bank Aufsätze, verteilen Sie vor der Lesung noch Hausaufgaben, nutzen Sie die Lesung für private Gespräche im Lehrerzimmer, betrachten Sie den Autor/die Autorin als "Babysitter" für Ihre freie Stunde und gehen Sie grundsätzlich nie in die Schulbibliothek.
  9. Halten Sie die Lesung vor der Schulbibliothekarin geheim. Sie ersparen ihr so viel Stress.
  10. Lesen Sie bitte keine Kinder- und Jugendliteratur! Schließlich lesen Sie nur richtige Bücher.
  11. Fluchen Sie lauthals, dass Ihre SchülerInnen sowieso nicht lesen. Das wirkt so befreiend!
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